Anlass für den ersten Kreuzzug (1096-1099) waren muslimische Einfälle in byzantinisches Gebiet und der daraus resultierende Hilferuf des Kaisers Alexios Komnenos. Der damalige Papst Urban II, rief bereits 1089 zur Hilfe für Byzanz auf.

Eine byzantinische Gesandtschaft bat auf dem Konzil von Piacenca 1095 um Hilfe, woraufhin der Papst zwei Jahre durch Frankreich reiste und dort Kreuzpredigten hielt. Auf dem Konzil von Clermont verlangte er bereits 1095 die Befreiung Jerusalems und der gesamten Christenheit vom Joch der Muslime.

In den darauffolgenden Jahren folgten zehntausende Kreuzfahrer dem Ruf des Papstes. Die Gesamtzahl der Männer und Frauen, die in mehreren Gruppen ins heilige Land aufbrachen wird mit bis zu 120.000 beziffert.

Die ersten größeren Gruppierungen zogen durch das Rheinland nach Süden und hinterließen eine Spur der Verwüstung in der jüdischen Bevölkerung. Drei dieser Gruppen kamen bis Ungarn, eine vierte wurde in Kleinasien komplett aufgerieben und vernichtet.

Eine zweite Welle schaffte den langen Weg und eroberte am 15. Juli 1099 Jerusalem, nachdem sie zuvor bereits Antiochia und Edessa eingenommen hatten. Jerusalem wurde komplett geplündert und verwüstet und unter der Bevölkerung, ungeachtet ihrer Religion, ein Blutbad angerichtet. Unter den Opfern fanden sich Muslime, Juden und Christen in gleichem Maße.

Unter Gottfried von Bouillon errichteten die Kreuzfahrer das Königreich Jerusalem. Da das europäische Lehnsrecht dort Anwendung fand, unterstanden ihm automatische auch die bereits eroberten Gebiete als Fürstentum Antiochia, Grafschaft Edessa, Grafschaft Tripolis und Herrschaft Tiberias.

Der europäische Adel fand in diesen neuen Herrschaftsgebieten ein neues Betätigungsfeld und die großen italienischen Handelsstädte, allen voran Venedig, sicherten sich die Handelwswege von Europa in die neuen Königreiche.