Ritter Burghard hat folgenden Text zu den Schwertbrüdern beigesteuert:

Schwertbrüder
„Fratros milicie Christi de Livonia

1202-1236

Herkunft:
Ritterorden, rekrutiert aus Nachkommen von Familien mit begüterter lehensritterlicher Prägung.
Sie standen in enger Verbindung mit Bischöfen der Städte des Baltikums und der Hanse.

Aufgaben und Erreichtes:
Schutz baltischer christlicher Siedlungen und Handelsplätze an der Ostseeküste. Vorstöße ins
baltische Hinterland, zwecks Christianisierung und wirtschaftlicher Erschließung. Bekehrung der
Tschuden und der Woten wurde weitgehend erreicht. Abblockung weiterer Ausbreitung der
Orthodoxen Kirche Richtung Norden.

Eckpunkte weiterer Entwicklung:
Nach anfänglich beachtlichen Erfolgen der Schwertbrüder, begann sich mehr und mehr Widerstand der Heiden zu formieren. Folge waren heidnische Aufstände, zum Beispiel der Esten 1223. Dazu kam die Gegnerschaft Waldemars des II. von Dänemark 1223. Erste Verhandlungen zur Einverleibung der Schwertbrüder in den Deutschorden unter Salza 1230. Verlust des 1226 eroberten Jurew an Nowgorod 1234. Schlacht bei Schaulen am 22. 09.1236 der Schwertbrüder, gemeinsam mit den bekehrten Tschuden, gegen die Litauer und Semgalen. Hierbei erlitten die Schwertbrüder eine herbe Niederlage. Sie verloren die Hälfte ihrer Streitmacht und konnten mit den Verbleibenden gerade noch die Eroberung Rigas durch die Heiden verhindern. Ihr Hochmeister Volkwin war auch gefallen. Mit dadurch kam es 1236 zum Anschluss der Schwertbrüder an den Deutschorden. So verloren sie die Vorherrschaft im Baltikum. Die Übernahme ging nicht ohne Schwierigkeiten von statten. Lebensart und Haltung zum Armutsgelübde passte nicht so richtig. Immerhin waren die Schwertbrüder von wohlhabendem Adel und hatten sicher auch noch ältere Verbindungen, denen sie sich verpflichtet fühlten. Die Schwertbrüder hatten in der kurzen Zeit ihres Wirkens, in Anbetracht ihrer sehr geringen Zahl und zeitweise spürbaren Differenzen untereinander, dennoch wirkungsvoll den Weg für weitere Erschließung bereitet. Sie wirkten nun innerhalb des Deutschordens weiter. Aber auch dieser Deutschorden, der schon einen wohl funktionierenden Ordensstaat begründet hatte und sich die Prutzen wie auch Pommern nicht gerade zimperlich, mit Hilfe der Polen und der Hanse, einverleibte, auch dieser starke Orden, mit all seinen Verbindungen, hatte so seine Probleme und Niederlagen im Baltikum.

So verloren sie gemeinsam mit den einverleibten Schwertbrüdern, die Schlacht auf dem Eis des Peipussees 1242. So ging es mal mit Diplomatie und mal mit Waffen hin und her. Bündnisse und Gegnerschaften wechselten je nach Interessenlage.
Ein deutlicher Einbruch war die verlorene Schlacht bei Tannenberg 1410. Am Ende des 16. Jahrhunderts setzte der Livländische Krieg einen Schlussstrich. Auflösung des Ordensstaates war die Folge. So wurde der Hochmeister des Deutschordens zum Herzog von Preußen. Die Zeit der Orden war offensichtlich vorbei. Zuerst wurden die mächtigen Templer gekanzelt, und dann wurden auch alle Anderen in ihren Aufgaben reduziert.
Wahrscheinlich hatten einige der Orden zeitweise zu viel Macht und wurden zu eigenständig, als
dass sie in der bisherigen Form von den weltlichen, wie auch der kirchlichen Macht so geduldet
werden konnten. Als Wegbereiter und Schwertspitze waren die Orden von großer Bedeutung und
willkommen. Dann aber hatte der Mohr seine Schuldigkeit getan und konnte gehen.

Quelle: Ausf. Baumbach zu Schlacht von Peipussee 1242, Hermann Schreiber – Der deutsche Orden