Die Kreuzzüge, wie sie heute genannt werden, waren heilige Kriege, gottgefällig und gerecht. Solch ein gerechter Krieg musste allerdings bestimmte Voraussetzungen erfüllen, um als gerechter Krieg zu gelten.
Der Krieg musste durch eine legitime Autorität, also beispielsweise Papst oder Kaiser angeordnet werden.
Der Gegner musste durch eine Unrechtshandlung einen gerechten Kriegsgrund provozieren.
Der Krieg musste in guter Absicht geführt werden und von Liebe und Barmehrzigkeit beseelt sein.

Hauptziel der Kreuzzüge war dabei die Rückeroberung christlichen Bodens und die Verteidigung gegen Glaubensfeinde. Dabei wurden Kreuzzüge nicht ausschließlich gegen Jerusalem und das heilige Land ausgerufen. Die Rückeroberung der spanischen Gebiete, die Reconquista und auch die Befreiung der baltischen Gebiete oder weiter Teile Ost- und Westeuropas von den Heiden zählten dazu.

Die Kreuzzüge waren für die Teilnehmer Kriegszug und Pilgerfahrt zugleich. Für viele war ein Kreuzzug die Möglichkeit, Buße zu tun. Wer nicht selbst an den Kampfhandlungen teilnehmen konnte oder wollte, hatte die Möglichkeit, sich durch Zahlungen an die Kirche los zu kaufen. Aus diesen Geldern wurden päpstliche Kreuzzugsfonds gebildet. Ansonsten musste jeder Teilnehmer an einem Kreuzzug seine Unternehmung aus eigenen Mitteln finanzieren. Um auf der langen Reise nicht unnötig viel Geld oder Wertgegenstände mitnehmen zu müssen, etablierten die großen Ritterorden und einige Klöster ein neues Finanzsystem.

Teilnehmer eines Kreuzzuges hatten die Möglichkeit, in der Heimat Geld, Wertgegenstände oder sogar Ländereien und Rechte einzuzahlen oder zu verpfänden, und bekamen dafür im heiligen Land entsprechende Mittel ausgezahlt – das Bankensystem war geboren.

Nutznießer dieser Transaktionen waren die Kirche und die beteiligten Ritterorden, allen voran der Templerorden, die durch dieses Finanzsystem große Reichtümer anhäuften und somit ihre Truppen entsprechend ausrüsten und ihre Stellung im In- und Ausland festigen konnten.