Geschichte

Die Kreuzzüge

Die Kreuzzüge, wie sie heute genannt werden, waren heilige Kriege, gottgefällig und gerecht. Solch ein gerechter Krieg musste allerdings bestimmte Voraussetzungen erfüllen, um als gerechter Krieg zu gelten.
Der Krieg musste durch eine legitime Autorität, also beispielsweise Papst oder Kaiser angeordnet werden.
Der Gegner musste durch eine Unrechtshandlung einen gerechten Kriegsgrund provozieren.
Der Krieg musste in guter Absicht geführt werden und von Liebe und Barmehrzigkeit beseelt sein.

Hauptziel der Kreuzzüge war dabei die Rückeroberung christlichen Bodens und die Verteidigung gegen Glaubensfeinde. Dabei wurden Kreuzzüge nicht ausschließlich gegen Jerusalem und das heilige Land ausgerufen. Die Rückeroberung der spanischen Gebiete, die Reconquista und auch die Befreiung der baltischen Gebiete oder weiter Teile Ost- und Westeuropas von den Heiden zählten dazu.

Die Kreuzzüge waren für die Teilnehmer Kriegszug und Pilgerfahrt zugleich. Für viele war ein Kreuzzug die Möglichkeit, Buße zu tun. Wer nicht selbst an den Kampfhandlungen teilnehmen konnte oder wollte, hatte die Möglichkeit, sich durch Zahlungen an die Kirche los zu kaufen. Aus diesen Geldern wurden päpstliche Kreuzzugsfonds gebildet. Ansonsten musste jeder Teilnehmer an einem Kreuzzug seine Unternehmung aus eigenen Mitteln finanzieren. Um auf der langen Reise nicht unnötig viel Geld oder Wertgegenstände mitnehmen zu müssen, etablierten die großen Ritterorden und einige Klöster ein neues Finanzsystem.

Teilnehmer eines Kreuzzuges hatten die Möglichkeit, in der Heimat Geld, Wertgegenstände oder sogar Ländereien und Rechte einzuzahlen oder zu verpfänden, und bekamen dafür im heiligen Land entsprechende Mittel ausgezahlt – das Bankensystem war geboren.

Nutznießer dieser Transaktionen waren die Kirche und die beteiligten Ritterorden, allen voran der Templerorden, die durch dieses Finanzsystem große Reichtümer anhäuften und somit ihre Truppen entsprechend ausrüsten und ihre Stellung im In- und Ausland festigen konnten.

Anlass für den ersten Kreuzzug (1096-1099) waren muslimische Einfälle in byzantinisches Gebiet und der daraus resultierende Hilferuf des Kaisers Alexios Komnenos. Der damalige Papst Urban II, rief bereits 1089 zur Hilfe für Byzanz auf.

Eine byzantinische Gesandtschaft bat auf dem Konzil von Piacenca 1095 um Hilfe, woraufhin der Papst zwei Jahre durch Frankreich reiste und dort Kreuzpredigten hielt. Auf dem Konzil von Clermont verlangte er bereits 1095 die Befreiung Jerusalems und der gesamten Christenheit vom Joch der Muslime.

In den darauffolgenden Jahren folgten zehntausende Kreuzfahrer dem Ruf des Papstes. Die Gesamtzahl der Männer und Frauen, die in mehreren Gruppen ins heilige Land aufbrachen wird mit bis zu 120.000 beziffert.

Die ersten größeren Gruppierungen zogen durch das Rheinland nach Süden und hinterließen eine Spur der Verwüstung in der jüdischen Bevölkerung. Drei dieser Gruppen kamen bis Ungarn, eine vierte wurde in Kleinasien komplett aufgerieben und vernichtet.

Eine zweite Welle schaffte den langen Weg und eroberte am 15. Juli 1099 Jerusalem, nachdem sie zuvor bereits Antiochia und Edessa eingenommen hatten. Jerusalem wurde komplett geplündert und verwüstet und unter der Bevölkerung, ungeachtet ihrer Religion, ein Blutbad angerichtet. Unter den Opfern fanden sich Muslime, Juden und Christen in gleichem Maße.

Unter Gottfried von Bouillon errichteten die Kreuzfahrer das Königreich Jerusalem. Da das europäische Lehnsrecht dort Anwendung fand, unterstanden ihm automatische auch die bereits eroberten Gebiete als Fürstentum Antiochia, Grafschaft Edessa, Grafschaft Tripolis und Herrschaft Tiberias.

Der europäische Adel fand in diesen neuen Herrschaftsgebieten ein neues Betätigungsfeld und die großen italienischen Handelsstädte, allen voran Venedig, sicherten sich die Handelwswege von Europa in die neuen Königreiche.

Nachdem Edessa im Winter 1144 wieder an die Muslime gefallen war, rief Papst Eugen III erneut zum Kreuzzug auf. Obwohl er ausschließlich die Franken zum Kreuzzug aufforderte, überzeugte Bernhard von Clairvaux König Konrad III, sich am Kreuzzug zu beteiligen.

Im gleichen Atemzug wurden ebenfalls Kreuzzüge gegen die slawischen Wenden und gegen Spanien beschlossen. Bis auf die Auseinandersetzungen in Spanien waren alle Unternehmungen zum Scheitern verurteilt.

Die deutschen Heere unter der Führung Konrads und des Bischofs Otto von Freising wurden 1147 im Nahen Osten aufgerieben, der französische König Ludwig VII verlor sein Herr 1148 in Antalya, bevor er selbst fliehen musste.

Als Ergebnis dieser Katastrophen wurden neuerliche Aufrufe des Papstes 1157 und 1184 nahezu ignoriert.

88 Jahre nach der Eroberung Jerusalems wurden die verbliebenen Kreuzfahrer 1187 in einer Schlacht in Galiläa besiegt. Sultan Saladin, Herrscher über Syrien und Ägypten, zog in Jerusalem ein, wobei er vollkommen auf die Jahrzehnte zuvor durch die christlichen Kreuzfahrer verübten Greueltaten verzichtete.

Nachdem Papst Urban III vom Verlust Jerusalems erfuhr, rief er 1187 erneut zum Kreuzzug auf. Der damalige deutsche Kaiser Friedrich I. Barbarossa sammelte ein riesiges Heer und zog über den Balkan Richtung Kleinasien. Historische Quellen geben die Mannstärke des Heeres mit etwa 100.000 Kämpfern an, was höchstwahrscheinlich übertrieben ist.

Friedrichs Truppen waren aber stark genug, den Durchmarsch durch Byzanz zu erzwingen. Der byzantinische Kaiser Isaak II. Angelos wollte Friedrich ursprünglich den Durchmarsch durch sein Reich verweigern, woraufhin Friedrich mit der Eroberung seines Reiches drohte. Byzanz hatte immerhin gerade erst sein Bündnis mit Saladin erneuert. Byzanz hatte sich zu diesem Bündnis entschlossen, nachdem die Kreuzfahrer die eroberten Gebiete nach dem ersten Kreuzzug nicht an Byzanz zurückgaben, sondern für sich selbst behielten.

Nachdem Friedrich ohne Gegenwehr durch Byzanz marschiert war, trafen seine Truppen in Kleinasien auf ein Heer Saladins, das besiegt wurde. Am 10. Juni 1190 ertrank der deutsche Kaiser im Fluss Saleph. Daraufhin verlor das deutsche Heer sämtliche Disziplin und löste sich auf. Nur ein kleiner Teil des Heeres traf im Oktober 1190 zur Belagerung von Akkon ein.

Im April 1191 traf das französische Heer unter Führung König Phillips II. über den Seeweg, im Juni die englischen Truppen des jungen Richard Löwenherz ein. Richard verspätete sich, weil er seine Fahrt kurzzeitig unterbrochen und Zypern erobert hatte.

Akkon fiel am 12. Juli 1191. Phillip II. kehrte nach Frankreich zurück, Richard aber blieb, um Jerusalem anzugreifen und zurückzuerobern. Obwohl ihm die Eroberung Jerusalems nicht gelang, konnte er durch die Einnahme der Städte Sidon und Beirut die Verbindung mit dem Westen sichern, da er große Küstengebiete kontrollierte.

Kaiser Heinrich VI. wollte den Kreuzzug fortsetzen, um eine staufische Präsenz im Mittelmeerraum zu schaffen, starb jedoch kurz vor Beginn seines Vorhabens 1197 in Messina.

Ritterorden

Der Deutsche Schwertorden widmet sich der Darstellung eines Ritterordens aus dem 13. Jahrhundert. Um dabei nicht mit geschichtlichen Fakten in Konflikt zu geraten, wird kein real existierender Orden nachgestellt, sondern verschiedene Gruppen als Vorbild genommen. Dennoch ist es sinnvoll, etwas mehr über die verschiedenen geschichtlichen Gruppierungen zu erfahren, um in der eigenen Darstellung authentischer zu werden. An dieser Stelle werden von Mitgliedern  in loser Folge Beiträge über verschiedene Ritterorden eingestellt.

Ritter Burghard hat folgenden Text zu den Schwertbrüdern beigesteuert:

Schwertbrüder
„Fratros milicie Christi de Livonia

1202-1236

Herkunft:
Ritterorden, rekrutiert aus Nachkommen von Familien mit begüterter lehensritterlicher Prägung.
Sie standen in enger Verbindung mit Bischöfen der Städte des Baltikums und der Hanse.

Aufgaben und Erreichtes:
Schutz baltischer christlicher Siedlungen und Handelsplätze an der Ostseeküste. Vorstöße ins
baltische Hinterland, zwecks Christianisierung und wirtschaftlicher Erschließung. Bekehrung der
Tschuden und der Woten wurde weitgehend erreicht. Abblockung weiterer Ausbreitung der
Orthodoxen Kirche Richtung Norden.

Eckpunkte weiterer Entwicklung:
Nach anfänglich beachtlichen Erfolgen der Schwertbrüder, begann sich mehr und mehr Widerstand der Heiden zu formieren. Folge waren heidnische Aufstände, zum Beispiel der Esten 1223. Dazu kam die Gegnerschaft Waldemars des II. von Dänemark 1223. Erste Verhandlungen zur Einverleibung der Schwertbrüder in den Deutschorden unter Salza 1230. Verlust des 1226 eroberten Jurew an Nowgorod 1234. Schlacht bei Schaulen am 22. 09.1236 der Schwertbrüder, gemeinsam mit den bekehrten Tschuden, gegen die Litauer und Semgalen. Hierbei erlitten die Schwertbrüder eine herbe Niederlage. Sie verloren die Hälfte ihrer Streitmacht und konnten mit den Verbleibenden gerade noch die Eroberung Rigas durch die Heiden verhindern. Ihr Hochmeister Volkwin war auch gefallen. Mit dadurch kam es 1236 zum Anschluss der Schwertbrüder an den Deutschorden. So verloren sie die Vorherrschaft im Baltikum. Die Übernahme ging nicht ohne Schwierigkeiten von statten. Lebensart und Haltung zum Armutsgelübde passte nicht so richtig. Immerhin waren die Schwertbrüder von wohlhabendem Adel und hatten sicher auch noch ältere Verbindungen, denen sie sich verpflichtet fühlten. Die Schwertbrüder hatten in der kurzen Zeit ihres Wirkens, in Anbetracht ihrer sehr geringen Zahl und zeitweise spürbaren Differenzen untereinander, dennoch wirkungsvoll den Weg für weitere Erschließung bereitet. Sie wirkten nun innerhalb des Deutschordens weiter. Aber auch dieser Deutschorden, der schon einen wohl funktionierenden Ordensstaat begründet hatte und sich die Prutzen wie auch Pommern nicht gerade zimperlich, mit Hilfe der Polen und der Hanse, einverleibte, auch dieser starke Orden, mit all seinen Verbindungen, hatte so seine Probleme und Niederlagen im Baltikum.

So verloren sie gemeinsam mit den einverleibten Schwertbrüdern, die Schlacht auf dem Eis des Peipussees 1242. So ging es mal mit Diplomatie und mal mit Waffen hin und her. Bündnisse und Gegnerschaften wechselten je nach Interessenlage.
Ein deutlicher Einbruch war die verlorene Schlacht bei Tannenberg 1410. Am Ende des 16. Jahrhunderts setzte der Livländische Krieg einen Schlussstrich. Auflösung des Ordensstaates war die Folge. So wurde der Hochmeister des Deutschordens zum Herzog von Preußen. Die Zeit der Orden war offensichtlich vorbei. Zuerst wurden die mächtigen Templer gekanzelt, und dann wurden auch alle Anderen in ihren Aufgaben reduziert.
Wahrscheinlich hatten einige der Orden zeitweise zu viel Macht und wurden zu eigenständig, als
dass sie in der bisherigen Form von den weltlichen, wie auch der kirchlichen Macht so geduldet
werden konnten. Als Wegbereiter und Schwertspitze waren die Orden von großer Bedeutung und
willkommen. Dann aber hatte der Mohr seine Schuldigkeit getan und konnte gehen.

Quelle: Ausf. Baumbach zu Schlacht von Peipussee 1242, Hermann Schreiber – Der deutsche Orden

Heraldik

Beiträge zur deutschen und europäischen Heraldik (Wappenkunde) – ihre Darstellung und Besonderheiten.

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