Besuch bei Torsten

Besuch bei Torsten
18. Dezember 2019 Lothar von Owmund

Gestern hatte ich Gelegenheit, mit Thorin und Bettina, Torsten zu besuchen. Anfänglich landeten wir im Hospiz, wo man uns aber mitteilte, dass er wieder nach Haus verlegt wurde. Nach kurzer telefonischer Rücksprache konnten wir Torsten dann zu Hause besuchen. Mein Eindruck ist folgender: Ihm geht es auf Grund der Schmerzen im Unterleib sehr schlecht. Selbst die stärksten Medikamente halten nur einen Hauch von Zeit vor. Trotz allem war er sehr gut ansprechbar und wer nicht weiß, wie es um ihn steht, wäre überrascht hier einen Kranken vor sich zu haben. Wir haben gescherzt und gelacht, was zwar zu gewissen schmerzlichen Grimassen führte aber nichts desto Trotz für eine lockere Atmosphäre sorgte. Nur sollte man sich nichts vormachen, sein Leben ist derzeitig ein einziger Kampf. Ich wage die Behauptung, dass dieser Kampf sein letzter sein wird. Zeitlich absehbar ist dieser aber nicht einzuordnen. Hoffen wir, dass er uns noch lange erhalten bleibt aber bitte nicht mit diesen Schmerzen. Die Entlassung aus dem Hospiz ist jetzt keine Aufgabe gegen den Krebs, sondern war notwendig um ihn nicht Morphium abhängig zu machen, soll heißen dass er erst einmal austherapiert ist. Seine Familie ist sehr um ihn bemüht und lässt nichts unversucht, seinen Zustand zu verbessern. Schlimm an der ganzen Sache ist das verhalten der Ärzte. Der eine sagt, das bekommen wir hin, der andere keine Chance mehr auf Heilung oder wir können nicht bestimmtes Sagen. Nun versucht die Familie zwei weitere Expertenmeinungen einzuholen, ob es noch Hoffnung gibt.

Zu guter Letzt hat er mir aufgetragen euch alle recht herzlich zu grüßen. Natürlich habe ich ihm ebenfalls herzliche Grüße und alles erdenklich Gute von uns allen übermittelt und gewünscht.

Dies schrieb Lothar v. Owmund

 

 

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